Auf Kurs nach Hause

Zufriedenheit beginnt mit der Entscheidung, man selbst zu sein.

Seitdem die Uhr eine Stunde zurückgestellt wurde, hat sie mich erwischt. Ich rede von der Herbstschwermütigkeit. In anderen Kreisen wird meine derzeitige Gemütslage auch als Herbst- oder Winterdepression bezeichnet. Da ich jedoch schon einmal in meinem Leben an einer handfesten Depression gelitten habe und dadurch weiß, wie stark die Symptome ausgeprägt sein können, möchte ich mich im folgenden Verlauf von diesem Begriff distanzieren und werde meine eigene Verfassung nur noch als Schwermütig bezeichnen. 
Über die letzten Jahre hinweg, konnte ich einige Hilfsmittel und Strategien für mich entwickeln, die mir halfen die dunkle Jahreszeit zu überstehen und teilweise sogar zu genießen. Ich bin kein Freund davon sehnsüchtig auf den Frühling zu warten. Der Herbst/Winterzeit hat durchaus ihre schönen Seiten und um glücklich zu sein soll man bekanntlich im Hier & Jetzt leben. Ich hoffe meine selbsterprobten Strategien helfen dir ein wenig weiter um die eigene trübe Stimmung in den Griff zu bekommen.

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Wovon rede ich überhaupt?

Schwermut wird laut dem Duden auch als Traurigkeit bezeichnet. Man fühlt sich mutlos und innerlich leer. Gleichzeitig hat man das Gefühl wie gelähmt zu sein und nichts zustande bringen zu können. Weitere Symptome spiegeln sich auch in einem Heißhunger auf Süßigkeiten und Müdigkeit wieder.


Meine Strategien und Hilfsmittel   

  • Vitamine und Sonnenstrahlen
Sobald die Stärke der Sonnenstunden abnimmt, sinkt in uns auch der Vitamin D Gehalt. Die UV-B Strahlen der Sonne sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass Vitamin D in unserem Körper gebildet wird. Sinkt die Anzahl der Sonnenstunden und die Intensität der Sonne werden auch gleichzeitig die Möglichkeiten der Vitamin D Bildung begrenzt.
Die Folge: Der Vitamingehalt in unserem Körper wird immer geringer. Die Forschung empfiehlt dadurch die Einnahme von Vitamin Präparaten. Auch Vitamin B6 und B12 sollen helfen bei Niedergeschlagenheit. Wer davon nichts hält, sollte viel Obst und Gemüse essen und soviel Zeit wie möglich Draußen verbringen. Eine weitere Möglichkeit die ich an dieser Stelle nur kurz erwähnen möchte, da ich sie im letzten Winter ausprobiert habe und sie mir gut geholfen hatte, war der Besuch eines Solariums.

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  • Bewusstsein für die Wahrnehmungsverzerrungen erlangen
Viel zu schnell verliere ich im Herbst/Winter den Glauben an mich selbst und vergesse welche Fähigkeiten mich ausmachen. Ich sehe nur noch die negativen Seiten von mir und all meine Ängste und Zweifel übernehmen mich. Ich befürchte nicht gut genug für dies oder jenes zu sein. Da ich mich zusätzlich wie gelähmt in diesem Zustand fühle, ergreife ich keine Chancen und mache mir im gleichen Zug wieder innere Vorwürfe, nicht meinen Träumen hinterherzujagen. Doch Angst ist ein schlechter Berater.
Es hat einige Zeit gedauert bis ich den Zusammenhang meiner inneren Stimmung zu der Jahreszeit knüpfen konnte, doch seitdem sage ich mir jedes Jahr, dass mein getrübtes Bild von der Welt und zu mir selbst nicht der Realität entspricht. Mein Zustand ist nur vorrübergehend. Daher versuche ich gerade im Winter keine wichtigen beruflichen Entscheidungen zu treffen. Und sollte ich doch eine Entscheidung treffen müssen, spreche ich im Vorfeld mit Freunden darüber, ob meine Befürchtungen begründet oder möglicherweise doch übertrieben sein können und entscheide mich im Anschluss häufig dazu, nicht auf meine Angst zu hören und es zumindest zu versuchen, oder im Zweifelsfall nach Alternativen, bei denen ich mich besser fühle, zu suchen.

  • Störfaktoren minimieren
Ich fühle mich im Herbst/Winter schnell gestresst und genervt von Kleinigkeiten. Da ich durch die Schwermütigkeit viel empfindlicher reagiere, versuche ich behutsam auf meine veränderten Bedürfnisse einzugehen und merke schnell, wie meine innere Gemütslage davon profitiert. Eine Sache, die ich seit meinem Umzug nun täglich praktiziere ist mein Bett zu machen und aufzuräumen. Ich liebe es, wenn ich in mein WG-Zimmer komme und das Bett gemütlich aussieht, mein Schreibtisch und alles andere aufgeräumt ist und warme Lichtquellen alles zusätzlich abrunden. Auch Duftkerzen und ein frischer Blumenstrauß helfen mir gute Laune aufzubauen. Ich sage immer wieder zu mir selbst, dass der Zustand meines Zimmers gleichermaßen den Zustand meiner Seele und meines Herzens wiederspiegelt und indem ich aufräume, versuche ich mein Inneres ebenso zu reinigen.

  • Jeder ist mal traurig! - Akzeptanz der Situation
Wer kennt es nicht? Manchmal tut es einfach gut sich seinen Gefühlen hinzugeben, diese anzuerkennen und rauszulassen. Ein Tag im Bett mit viel Schokolade und der Lieblingsserie kann möglicherweise genau das sein, was wir benötigen. Auch weinen oder sich all die trüben Gedanken von der Seele zu schreiben, hilft mir ab und zu weiter. Traurige Musik zu hören kann ebenso helfen, seine Gefühle anzunehmen und zu verarbeiten. Es klingt paradox, aber einige Studien aus der Musikpsychologie haben genau dieses Phänomen erforscht. Ein negatives Gefühl zu sich einzuladen und es zu akzeptieren sorgte in meiner Vergangenheit oftmals dafür, dass es sich viel schneller auflöste, als wenn ich versuchte, es krampfhaft zu unterdrücken oder dagegen anzukämpfen.

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  • Gute Nacht Smartphone! - Mit sich selbst in Kontakt treten
In einem Seminar in meinem Studium sprach der Professor davon, wie wir durch die medialen Welten, den Bezug zu uns selbst und unserer Umwelt verlieren. Wir leben so sehr im Außen, dass wir nicht mehr spüren wie es unserem Inneren geht. Wir leben in einer Zeit in der alle vier Minuten ein Mensch freiwillig den Tod wählt und aus dem Leben austritt. Die ersten Schneeflocken sehen wir nicht mehr, weil wir uns Zeit genommen haben eine Weile aus dem Fenster zu schauen. Wir sehen sie in einer Story auf Instagram und ärgern uns darüber, dass wir nicht schneller waren beim posten oder die Flocken an unserem eigenen Fenster verpasst haben
Im Seminar haben wir Meditationstechniken erprobt. Ich habe sofort gefühlt wie gut es mir tat, in mich hineinzuhören und einfach an einem stillen, ruhigen Ort sein zu dürfen, ohne irgendeine Leistung zu erbringen oder mit anderen mithalten zu müssen. Stell dein Handy auch mal aus. Du wirst überrascht sein, wie gut du den Alltag bewältigen kannst, wie viele Menschen sich dir zuwenden und welche versteckten (oder auch kreative) Fähigkeiten von dir zum Vorschein kommen könnten. 


Ich hoffe meine Erfahrungen zu diesem Thema können dir in deinen eigenen Überlegungen weiterhelfen. Es wird immer Tage geben, an denen man sich traurig und schwermütig fühlt, doch du kannst sie gleichermaßen auch dafür nutzen, dich selbst und deine Bedürfnisse besser kennen zu lernen und deinem Leben einen neuen Aufschwung zu verleihen. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg! Wenn dieses jahreszeitenbedingte Thema dich angesprochen hat und du gerne mehr darüber erfahren möchtest, wie uns die einzelnen Monate in unserer Stimmung beeinflussen, schau dir doch mal diesen Artikel von mir an -  Die Bedeutung der Monate











Die dunkle Jahreszeit hat begonnen und mit ihr die letzten Wochen des Jahres. Als vorletzter Monat des Jahres ist der November auch bekannt als Monat der Vergänglichkeit. Er steht für das Sterben und die Wiedergeburt. Die letzten Blätter fallen von den Bäumen ab. Die Natur zieht sich zurück in einen ruhigen Schlaf und hinterlässt eine triste Welt.

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Wie kommt der November zu seinem Namen?

Der November wird dadurch auch als Windmond, Schlachtmond oder Trauermonat bezeichnet. Der Begriff Novem kommt aus dem Lateinischen und steht für die Zahl 9. Da zu früherer Zeit das Jahr noch mit dem März begann und der November dadurch an neunter Stelle der Monate stand, macht der Name also wirklich einen Sinn. Zur Zeit der Kelten gab es auch nur zwei Jahreszeiten und ab dem November begann für sie die Winterzeit.

Wie beeinflusst uns der November?

In diesem ruhigen und grauen Monat besitzen wir viel Energie um Dinge loszulassen und Abschied zu nehmen. Emotional geht es uns dabei nicht immer gut und wir könnten unsere innere Verfassung als schwierig bezeichnen. Wir beschäftigen uns im November oft unbewusst mit all unseren Eindrücken vom Leben und auch so manches tief verborgene Geheimnis in uns kommt plötzlich wieder an die Oberfläche. Diese Phänomene wirken sich gleichzeitig wieder auf unsere Stimmung aus und zeigen uns die Schattenseite unseres eigenen Lebens und unserer Beziehungen.

Häufig erleben wir im November ein Gefühl der Überforderung und der Verdrängung. Wir glauben die eigene Kontrolle und Handlungsfähigkeit zu verlieren und Machtlosigkeit sei unser stetiger Begleiter. Auch Verlustängste, Eifersucht und Unsicherheiten sind uns im November nicht fremd. Dieser Monat ist bekannt für trübe Gedanken und eine schwere Seele.
Ganz so verloren wie wir uns im November manchmal fühlen, sind wir dann aber doch nicht. Wir können der Melancholie entgegentreten, indem wir selbst gut auf uns achten. Sich selbst etwas Gutes tun, zum Beispiel indem man die Wohnung dekoriert, neue Raumdüfte probiert oder einfach mehr Zeit für Wellness und Entspannung einplant, kann bereits wahre Wunder helfen. Das Ziel des Monats ist es Harmonie und Frieden mit sich selbst zu schließen und sich mit all seinen Facetten zu akzeptieren.

Besondere Ereignisse

Wie bereits erwähnt können wir den November sehr gut nutzen um Ballast abzuwerfen und uns von alten Gewohnheiten zu lösen. Am geeignetsten ist die Nacht vom 6.-7.11. dafür. Sie wird auch als Dunkelmond bezeichnet. Man sagt, sie sei die dunkelste Nacht des Jahres, weswegen sich die Tore zu anderen Welten öffnen. Die Schleier zwischen den Welten werden durchlässiger und man bekommt neue Sichtweisen auf gewisse Dinge zugetragen.

Am 11.11. beginnt offiziell um 11:11 Uhr auch wieder die Karnevalssaison. Damit bricht besonders in Köln die fünfte Jahreszeit an, die sich aber erst im neuen Jahr in ihrer vollen Pracht zeigen wird.

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Auf den 24.11.19 fällt dieses Jahr der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt. An diesem Tag besuchen viele Menschen auch die Gräber von verstorbenen Verwandten oder Freunden. In meiner Heimat gibt es den Brauch, dass erst am Tag darauf die Weihnachtsdekoration angebracht und aufgehangen werden durfte. Tatsächlich halte ich mich bis heute daran.

In Amerika wird zudem am vierten Donnerstag des Novembers Thanksgiving gefeiert. Ursprünglich dankten die Amerikaner Gott für die diesjährige Ernte und all das, was er ihnen sonst noch schenkte. Am Tag darauf findet der sogenannte Black Friday statt, an dem viele Shops mit großzügigen Rabatten ihre Kunden zum Kaufen animieren wollen und man praktischerweise auch gleich die Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr kaufen könnte.







Jeder Monat hat seine eigene Geschichte und seine Eigenheiten. Wie uns die Kräfte der jeweiligen Jahreszeit (un-)bewusst beeinflussen können und wie du sie für dich nutzen kannst, möchte ich dir in dieser monatlichen Reihe gerne zeigen.

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Wie kommt der Oktober zu seinem Namen?

Der Oktober hat das gleiche Problem wie der September. Da er im früheren Kalender an achter Stelle stand, wurde er nach dieser benannt. Octo ist Latein und steht für Acht. Heute ist der Oktober jedoch der zehnte Monat. Sein Name ist geblieben, obwohl seine Bedeutung nicht mehr stimmig ist.

Da sich allmählich die letzten goldenen Tage des Herbstes von uns verabschieden, wird diese Zeit auch der Altweibersommer oder Weinmond bezeichnet.

Wie beeinflusst uns der Oktober?

Unsere Energie kehrt allmählich zurück nach Innen und wir bekommen die Kraft verliehen, unser Leben neuzuordnen. Wir haben in diesem Monat ein starkes Bedürfnis unser Leben in Ordnung zu bringen. Wir verabschieden uns von lieblosen Beziehungen, begleichen unsere Schulden und schaffen Probleme oder Streitereien aus der Welt.
Das hat jedoch auch zur Folge, dass wir mit all unseren Facetten konfrontiert werden. Dabei sollten wir nicht den Weg des geringsten Widerstands gehen, sondern zuhören, auch wenn es weh tut. Möglicherweise lehnen wir einiges davon ab. Doch vielleicht liegt gerade in diesem Punkt eine weitere Aufgabe für uns Wir können uns nur vollständig verstehen, wenn wir mit unserem Umfeld ins Gespräch kommen und ihre Meinung über uns erfahren. Häufig entdecken wir so unbewusste Verhaltensweisen und sogenannte blinde Flecke von uns, die uns allein nie aufgefallen wären.

Der Oktober ist wie für uns geschaffen um uns von allen Illusionen zu befreien und die Anteile kennenzulernen, die Heilung benötigen. Ein Problem welches im Oktober dabei auf uns zukommen könnte, ist unsere Besserwisserei oder das Bedürfnis nach einer Scheinharmonie. Wenn wir uns nicht auf die Worte anderer Menschen einlassen und uns vor ihnen verschließen, entwickelt sich unsere Persönlichkeit nicht weiter. Man könnte auch sagen: Ich brauche ein Du, um ganz zu werden. Gegen Ende des Monats wechselt unsere Energie zum Wasserelement, welche entscheidend dazu beiträgt, die tiefsten Bereiche unserer Seele zu ergründen und die neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Besondere Ereignisse

Der Oktober ist besonders mystisch. Den Anfang macht am 13.10. der Blutmond. Er erinnert uns an all jenes, was vergehen musste, damit etwas anderes existieren kann. An diesem Tag sollte man häufiger als sonst Innehalten und den Verstorbenen gedenken.
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Zum Ende des Monats am 31.10. wartet ein mittlerweile sehr komerziell gewordenes Ereignis auf uns: Halloween. Geht man von der Halloween Theorie der Kelten aus, so stoßen die Welten der Lebenden und der Toten an diesen Abend aufeinander. Laut einer Sage versuchen sich die Toten die Seelen der Lebenden zu sichern für ein Leben nach dem Tod. Für die Lebenden gibt es zwei Möglichkeiten ihre Seele zu retten. Entweder verstecken sie sich in ihren Häusern oder aber sie tarnen sich als Scheintote, um nicht von den Seelenräubern entdeckt zu werden.

 





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